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27.03.2012 07:54

Q.CELLS veröffentlicht Jahresergebnis 2011 – Finanzrestrukturierung weit fortgeschritten

Finanzrestrukturierung weit fortgeschritten


Bitterfeld-Wolfen, 27. März 2012 – Die Q.CELLS, eines der weltweit führenden Photovoltaik-Unternehmen, hat heute ihr untestiertes Jahresergebnis 2011 veröffentlicht. Demnach hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von 1.023,1 Mio. Euro seine Prognose von über 1 Milliarde Euro erreicht. Im Vorjahr betrug der Umsatz 1.354,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT), das im Jahr 2010 noch 82,3 Mio. Euro betrug, fiel in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld im Geschäftsjahr 2011 sowie aufgrund hoher Sondereffekte auf -717,4 Mio. Euro. Q.CELLS musste unter anderem Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 398,5 Mio. Euro sowie Abschreibungen auf Vorräte von 129,1 Mio. Euro vornehmen. Das Periodenergebnis reduzierte sich in diesem Zuge von 18,9 Mio. Euro im Jahr 2010 auf -845,8 Mio. Euro im Jahr 2011.

Das Unternehmen konnte das Net Working Capital innerhalb des vergangenen Geschäftsjahres von 339,8 Mio. Euro auf 149,9 Mio. Euro reduzieren. Die liquiden Mittel lagen mit 304,9 Mio. Euro zum Jahresende 2011 im Rahmen der Prognose. Dadurch reduzierte sich die Nettoverschuldung zum Jahresende 2011 auf einen Wert von 431,8 Mio. Euro (Q3 2011: 515,3 Mio. Euro). Ende Januar 2012 hatte die Q.CELLS SE über einen Verlust des Eigenkapitals nach HGB für die Einzelgesellschaft Q-Cells SE berichtet. Der Vorstand zeigte einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals pflichtgemäß im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 9. März 2012 an.

Das Produktionsvolumen für das Jahr 2011 betrug rund 783 Megawattpeak (MWp). Davon entfielen 717 MWp auf die Produktion von Solarzellen, von denen rund 60 % im malaysischen Werk von Q.CELLS produziert wurden. 66 MWp des Gesamtvolumens entfielen auf die Produktion von Dünnschicht-Modulen der Tochtergesellschaft Solibro in Deutschland. Darüber hinaus wurden kristalline Module mit einer Leistung von insgesamt 390 MWp bei externen Partnern sowie in der eigenen Modulfertigung am Standort Bitterfeld-Wolfen prozessiert.

Trotz des Rückgangs des Gesamtumsatzes wirkten sich die neuen Geschäftsbereiche Module und Systeme positiv auf die Absatzentwicklung aus. Der Absatzanteil im Modulgeschäft betrug rund 26 %, im Bereich Systeme lag er bei etwa 33 %. Bei einem Volumenrückgang in der Produktion von Solarzellen von mehr als 20 % und einem Preisverfall von rund 60 % im Verlauf des Jahres 2011 wäre der Umsatzrückgang als reiner Solarzellenhersteller noch deutlicher ausgefallen. Dies zeigt, dass die strategische Ausrichtung von Q.CELLS hin zum Anbieter von PV-Lösungen richtig ist und konsequent umgesetzt wird.

Die Angaben zu den Finanzdaten sind ungeprüft und stehen daher unter Änderungsvorbehalt. Der vollständige Geschäftsbericht wird voraussichtlich erst nach den Abstimmungen der Gläubiger und Aktionäre über die anstehende Finanzrestrukturierung veröffentlicht werden. Entwicklungen bis zu diesem Zeitpunkt können Änderungen der Finanzzahlen nach sich ziehen. Der aktuell vorgelegte Jahresabschluss basiert auf der Annahme, dass Q.CELLS seine Finanzverbindlichkeiten erfolgreich restrukturiert und den mittelfristigen Geschäftsplan zur Sicherung des Fortbestandes des Unternehmens weitgehend umsetzt. 

Finanzrestrukturierung weit fortgeschritten

Q.CELLS arbeitet kontinuierlich an der Restrukturierung seiner Finanzverbindlichkeiten und hat auf diesem Weg bereits wesentliche Meilensteine erreicht. Ende Januar 2012 erzielte das Unternehmen auf Basis intensiver Gespräche mit wesentlichen Anleiheinhabern aller drei ausstehenden Wandelschuldverschreibungen eine grundsätzliche Einigung zur Neuordnung der Verbindlichkeiten. Die Eckpunkte dieser Einigung sehen vor, dass die Inhaber der ursprünglich am 28. Februar 2012 fällig gewesenen Wandelschuldverschreibung eine Zahlung von 20 Mio. Euro erhalten, nachdem die Finanzrestrukturierung von allen Beteiligten beschlossen und umgesetzt ist. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, dass die Gläubiger der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen ihre Anleihen im Rahmen eines Schulden- und Kapitalschnitts in das Unternehmen einbringen und im Gegenzug Aktien der Gesellschaft erhalten (sog. Debt-to-Equity-Swap). Die Inhaber der ursprünglich am 28. Februar 2012 fällig gewesenen Wandelschuldverschreibung haben diese bereits bis zum 30. April 2012 gestundet, um die detaillierte inhaltliche Einigung technisch ausarbeiten zu können. Die aktuelle Planung sieht darüber hinaus vor, dass verfügbare Liquidität an die Anleiheinhaber ausgeschüttet wird, sofern sie zum Zeitpunkt der Umsetzung der Finanzrestrukturierung einen bestimmten Mindestbetrag übersteigt. Der Anteil der Aktionäre an der Gesellschaft wird nach dem Schulden- und Kapitalschnitt 5 % des Grundkapitals betragen. Darüber hinaus werden die Aktionäre die Möglichkeit haben, diesen Anteil um bis zu 5 % durch neue Bareinlagen bei Ausübung von Bezugsrechten aufzustocken.

Für die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Maßnahmen bedarf es im nächsten Schritt der offiziellen Beschlussfassung der Gläubiger aller drei Wandelschuldverschreibungen im Rahmen von weiteren Gläubigerversammlungen, die im Verlauf des Aprils 2012 geplant sind. Im Nachgang dazu wird Q.CELLS im Rahmen einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung voraussichtlich Ende Mai oder im Juni seinen Aktionären vorschlagen, dem geplanten Kapitalschnitt und einer anschließenden Kapitalerhöhung zuzustimmen, um damit die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Die erfolgreiche Finanzrestrukturierung ermöglicht dem Unternehmen, sich weitgehend von Schulden zu befreien und eine solide Bilanzstruktur mit einer ausreichenden Eigenkapitalquote zu schaffen. Als nahezu schuldenfreies Unternehmen wäre Q.CELLS in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld in einer einzigartigen Position, um vom mittelfristig erwarteten hohen Wachstum in der globalen Photovoltaikindustrie zu profitieren. Die vollständige Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zur Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten wird nach den Planungen der Gesellschaft voraussichtlich bis zum Ende des Jahres 2012 andauern.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 erwartet Q.CELLS aufgrund des intensiven Wettbewerbs und Konsolidierungsdrucks erneut Verluste. Wenn es gelingt, die Finanzrestrukturierung umzusetzen und den mittelfristigen Geschäftsplan zu erfüllen, geht das Unternehmen für 2013 wieder von einem positiven EBITDA aus.

Die Auswirkungen der aktuell diskutierten Änderungen des Fördersystems in Deutschland lassen sich derzeit nur schwer einschätzen. Trotz der zu erwartenden negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit in Deutschland ist es das Ziel, die Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens zu minimieren. Die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Einkaufs- und Verkaufspreise, die Beschränkung der Förderung von Freiflächenanlagen in Deutschland sowie des Wechselkurses zum US-Dollar haben nach Einschätzung des Unternehmens einen kurzfristigen Effekt insbesondere auf die Umsatzsituation. Der mittelfristige Geschäftsplan von Ende vergangenen Jahres stellt jedoch weiterhin die Basis für die fortlaufende Unternehmenstätigkeit dar.

  

 

2011

2010

Produktion

783 MWp

1.014 MWp

Umsatz

1.023,1 Mio. Euro

1.354,2 Mio. Euro

EBIT

-717,4 Mio. Euro

82,3 Mio. Euro

Periodenergebnis

-845,8 Mio. Euro

18,9 Mio. Euro

 

Eine Präsentation zu den Zahlen 2011 steht im Investor Relations-Bereich auf der Internetseite von Q.CELLS www.q-cells.de zum Download bereit.

 

KONTAKT

Q.CELLS SE

OT Thalheim, Sonnenallee 17-21

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Q.CELLS Investor Relations

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Vorstand: Dr. Nedim Cen (CEO, CFO), Dr. Andreas v. Zitzewitz (COO, CSO)

Aufsichtsratsvorsitzender: Prof. Dr. h.c. Karlheinz Hornung