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10.08.2011 14:35

Q-Cells-Vorstand beschließt Maßnahmenpaket und Wertberichtigungen: Erheblicher Verlust aufgrund einmaliger Sondereffekte


Bitterfeld-Wolfen (Deutschland), 10. August 2011 – Aufgrund der geänderten Marktbedingungen hat der Vorstand der Q-Cells SE in seiner heutigen Sitzung ein Maßnahmenpaket beschlossen sowie erhebliche Wertberichtigungen sowohl auf das Sachanlagevermögen als auch auf die Vorräte vorgenommen. Die Wertberichtigungen auf das Sachanlagevermögen der deutschen Produktionsstandorte betragen 139,7 Mio. Euro, der Vorratsbestand des Konzerns wurde im zweiten Quartal um 73,2 Mio. Euro wertberichtigt. Inklusive der Aufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen in Höhe von 43,6 Mio. Euro belaufen sich die Einmaleffekte im zweiten Quartal daher auf 256,5 Mio. Euro.

Die Q-Cells SE konnte im abgelaufenen Quartal den Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2011 deutlich steigern. Das Unternehmen erzielte im zweiten Quartal - insbesondere aufgrund eines starken Systemgeschäftes - einen Umsatz in Höhe von 316,0 Mio. Euro (Q1 2011: 125,1 Mio. Euro). Neben den Einmaleffekten haben Leerkosten infolge der geringen Kapazitätsauslastung sowie der Preisverfall auf Zell- und Modulebene im zweiten Quartal insgesamt zu einem operativen Verlust von 307,7 Mio. Euro geführt (H1 2011: -318,3 Mio. Euro). Bereinigt um die Einmaleffekte sowie Leerkosten beträgt das operative Ergebnis im zweiten Quartal -24,4 Mio. Euro. Nach Zinsen und Steuern ergibt sich ein Periodenfehlbetrag für das zweite Quartal von 354,8 Mio. Euro (H1 2011: -395,8 Mio. Euro).

Angesichts der schwierigen Marktsituation und Ergebnisse für das erste Halbjahr hat der Vorstand der Q-Cells heute ein Maßnahmenprogramm beschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens weiter zu stärken. Dieses Programm steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates. Nachdem im zweiten Quartal 2011 die Produktion gedrosselt wurde, schärft das nun geplante Maßnahmenpaket nach.

Die Kosten für die Produktion von Solarzellen und Modulen sollen durch die geplanten Maßnahmen signifikant gesenkt werden. Dafür konzentriert Q-Cells die Fertigung auf hoch wirtschaftliche Anlagen, insbesondere im malaysischen Werk des Unternehmens, das für das zweite Halbjahr voll ausgelastet sein wird. Die Produktionskapazität für Solarzellen am Unternehmenssitz in Bitterfeld-Wolfen wird dauerhaft auf 50 Prozent reduziert. In der Verwaltung sollen 25 bis 30 Prozent der Kosten durch die Fokussierung von Aufgaben sowie die Verschlankung der Organisationsstrukturen und Prozesse eingespart werden. Bei der Straffung der Organisationsstrukturen und der Anpassung der Produktion sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Für das Gesamtjahr 2011 erwartet die Q-Cells SE einen Umsatz in Höhe von rund 1 Mrd. Euro sowie einen operativen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, da auch im zweiten Halbjahr 2011 Einmalaufwendungen für das beschlossene Maßnahmenpaket anfallen werden. Zum Jahresende 2011 plant Q-Cells u.a. auf Basis einer Reduzierung des Working Capital einen Cash-Bestand von 300 bis 350 Mio. Euro.

Mit dem aktuellen Maßnahmenpaket, der kontinuierlichen Verbesserung der Kostenpositionen und der weiteren Entwicklung der strategischen Geschäftsfelder Residential sowie Commercial & Industrial verfolgt Q-Cells das Ziel, im Jahr 2012 wieder ein positives operatives Ergebnis (EBIT) zu erwirtschaften.