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12.05.2011 00:00

Q-Cells SE veröffentlicht Bericht zum 31. März 2011

  • Schwacher Markt und regulatorische Unsicherheiten belasten erstes Quartal
  • Umsatz von 125,1 Mio. Euro und Produktion von 313 Megawattpeak im ersten Quartal
  • Operatives Ergebnis (EBIT) von -10,6 Mio. Euro im ersten Quartal unter Vorjahreszeitraum (-9,3 Mio. Euro)


 

Bitterfeld-Wolfen, 12. Mai 2011 – Die Q-Cells SE (QCE; WKN 555866) verzeichnete aufgrund der schwachen Marktnachfrage im ersten Quartal 2011 einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag mit 125,1 Mio. Euro rund 46 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals 2010 (232,3 Mio. Euro), der jedoch Umsätze aus dem Verkauf des Großprojektes Strasskirchen (72,5 Mio. Euro) sowie der Ende 2010 verkauften Stromhandelsgesellschaft QCCS (19,8 Mio. Euro) enthielt. Die saisonale Schwäche des ersten Quartals wurde durch regulatorische Unsicherheiten in den wichtigen Solarmärkten Frankreich und Italien noch weiter verstärkt.

Fallende Absatzpreise im ersten Quartal sowie weiterhin hohe Preise für Solarwafer und Silber haben neben der schwachen Nachfragesituation einen entsprechend negativen Einfluss auf die Ergebnissituation des Unternehmens gehabt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 15,3 Mio. Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert von 18,8 Mio. Euro. Auch das operative Ergebnis (EBIT) für das erste Quartal 2011 lag mit -10,6 Mio. Euro leicht unterhalb des Vorjahresquartals (-9,3 Mio. Euro). Das Periodenergebnis für das erste Quartal betrug -41,1 Mio. Euro (Q1 2010: -46,4 Mio. Euro).

Die Produktion von Solarzellen und Dünnschichtmodulen betrug im ersten Quartal 2011 insgesamt 313 MWp. Von den 284 MWp Solarzellen wurden 163 MWp im Q-Cells Werk in Malaysia gefertigt. Die Produktion von Dünnschichtsolarmodulen (Q.SMART bei der Tochterfirma Solibro) belief sich auf 29 MWp (+74% im Vergleich zu Q1 2010). Das Net Working Capital stieg im ersten Quartal 2011 von 339,8 Mio. Euro auf 494,2 Mio. Euro.

„Trotz des derzeit anspruchsvollen Marktumfelds sind wir davon überzeugt, dass wir mit unserer strategischen Neuausrichtung auf dem richtigen Weg sind“, sagte Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells SE. „Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen.“

Q-Cells hat auf die schwache Nachfrage mit einer flexiblen Anpassung der Produktion von Solarzellen und Solarmodulen, sowohl im multikristallinen als auch  im Dünnschicht-Bereich reagiert. Das bestehende flexible Fertigungskonzept mit ausgewählten internationalen Prozessierungspartnern ermöglicht auch im Bereich der Modulfertigung kurzfristig auf Marktschwankungen zu reagieren. Zum Jahresende sollen diese Kapazitäten für die Modulproduktion auf über 700 MWp ausgeweitet werden. Davon sind bis zu 130 MWp für die Fertigung des Hochleistungsmoduls am Standort in Thalheim geplant. 

Neben der Optimierung von Produktion und Prozessen  treibt Q-Cells auch den begleitenden technologischen Fortschritt voran. Zwei neue Weltrekorde bei der Produktion und Entwicklung von Solarmodulen untermauern diesen Anspruch: im multikristallinen Bereich mit 17,8% Effizienz und im Dünnschicht-Bereich mit 14,2% Effizienz (jeweils auf der aktiven Aperturfläche). Diese technologischen Erfolge belegen die hohe Innovationskraft von Q-Cells. 

Die aktuelle Marktlage zeigt, dass die Photovoltaik-Branche nach wie vor stark von der Entwicklung in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Italien und Frankreich abhängt. Obwohl die Zukunftsmärkte in Nordamerika und Asien stetig wachsen, konnten diese Märkte die schwache Nachfrage in Europa im ersten Quartal nicht kompensieren. Langfristig sieht Q-Cells in diesen internationalen Märkten jedoch großes Potenzial und baut seine Präsenz in 15 ausgewählten Kernländern, die insgesamt mehr als 80% des Photovoltaik-Weltmarkts ausmachen, weiter aus.  Um internationale Kunden mit Produkten und Lösungen zu überzeugen, wird Q-Cells die nächste, noch leistungsfähigere Produktgeneration „Next Generation“ auf der Branchenmesse Intersolar im Juni 2011 präsentieren. 

Im neuen strategischen Geschäftsfeld mit kleineren  industriellen und gewerblichen Photovoltaik-Anlagen (Commercial & Industrial) hat Q-Cells im ersten Quartal 2011 Zuschläge für Projekte in Frankreich, Italien und den Vereinigen Arabischen Emiraten gewonnen und hat Projekte mit insgesamt über 100 MWp im Blick. In Nordamerika liegen Aufträge für das Geschäft mit großen Solarparks von insgesamt rund 100 MWp vor, die bereits zum Teil in Planung und Bau befindlich sind. Insgesamt verfügt das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld über eine Projektpipeline von rund 300 MWp, davon 130 MWp im internationalen und 170 MWp im deutschen Markt.  

Auch angesichts der aktuellen Marktsituation hält Q-Cells an seiner strategischen Ausrichtung hin zum internationalen Anbieter von Photovoltaik-Lösungen  fest. Das Unternehmen optimiert weiter Kosten und Prozesse, treibt die Erschließung neuer, internationaler Märkte gezielt voran und investiert in innovative Produkte und Anwendungen. Dabei setzt Q-Cells weltweit auf hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter.  

„Trotz der Ereignisse in Fukushima und der in Deutschland intensiv geführten Diskussion über eine Energiewende zeigen sich kurzfristig keine strukturellen Änderungen auf den internationalen Solarmärkten“, sagte Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells SE. „Wir werden weiter konsequent daran arbeiten, die Technologie und Produktionsprozesse zu verbessern, die Kosten für unsere Produkte und Anwendungen zu optimieren, um unseren internationalen Kunden passgenaue und ertragreiche Lösungen bieten zu können.“ 

Da das erste Quartal 2011 schwächer als im Vorjahr  ausgefallen und zudem die Nachfragesituation sowohl für das zweite Quartal als auch das zweite Halbjahr 2011 mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, ist eine Prognose für das Gesamtjahr 2011 mit hohen Unwägbarkeiten behaftet. Das Ziel des Unternehmens, einen Umsatz in etwa auf Höhe des Vorjahresniveaus zu erreichen, steht unter der Voraussetzung einer stärkeren Marktnachfrage im zweiten Halbjahr 2011 und einer entsprechenden Auslastung der Produktionskapazitäten. Aufgrund der bestehenden hohen Unsicherheiten über die weitere Entwicklung von Einkaufs- und Verkaufspreisen kann  Q-Cells derzeit keine Prognose für das operative Ergebnis im laufenden Jahr geben. Wenn die Marktnachfrage im zweiten Halbjahr 2011 anzieht, die Verkaufspreise sich stabilisieren, die Preise für Wafer und Silber nachgeben sowie die geplanten Projekte im Systemgeschäft realisiert werden können, ist von einem positiven operativen Ergebnis für das Gesamtjahr auszugehen.  

 

Produktion in MWp : 174 (Q1 2010), 297 (Q4 2010), 313 (Q1 2011)

Umsatz in Mio.€ : 232,3 (Q1 2010), 386,9 (Q4 2010), 125,1 (Q1 2011) 

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Mio.€ : 18,8 (Q1 2010), 54,7 (Q4 2010), 15,3 (Q1 2011)

Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio.€ : -9,3 (Q1 2010), 27,7 (Q4 2010), -10,6 (Q1 2011)

Periodenergebnis (nach Anteilen Dritter) in Mio.€ : -46,4 (Q1 2010), 50,0 (Q4 2010), -41,1 (Q1 2011)