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29.03.2011 00:00

Q-Cells SE: Positives Jahresergebnis 2010 – Neuausrichtung wird weiter vorangetrieben

  • Strategische Neuausrichtung zeigt erste Erfolge
  • Umsatzsteigerung um 70% auf 1,35 Mrd. Euro in 2010 undEBIT von 82 Mio. Euro
  • Prof. Dr. Eicke Weber neues Aufsichtsratsmitglied der Q-Cells SE"


 

Bitterfeld-Wolfen, 29. März 2011 – Die Q-Cells SE (QCE; WKN 555866), eines der weltweit führenden Photovoltaik-Unternehmen, hat nach der im vergangenen März 2010 eingeleiteten strategischen Neuausrichtung das Geschäftsjahr 2010 mit einer Umsatzsteigerung um 70% auf 1,35 Mrd. Euro erfolgreich abgeschlossen.

Neuausrichtung prägte 2010

Q-Cells hatte im März 2010 bekanntgegeben, sich im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung mittelfristig zu einem integrierten Anbieter von Photovoltaik-Lösungen zu entwickeln. Neben der Produktion von Solarzellen und der Realisierung von großen Freiflächenanlagen wurde das Produktportfolio deutlich erweitert. In den neuen strategischen Geschäftsfeldern Solarmodule und Systemgeschäft für mittelgroße Dachanlagen und kleine Freiflächenanlagen (sog. „Commercial & Industrial bzw. C&I“) konnte im vergangenen Jahr, auch wegen eines sehr starken Marktes, bereits ein Umsatz von rund 363 Mio. Euro oder 27% des Gesamtumsatzes von 1,35 Mrd. Euro erzielt werden. Diese neuen margenstärkeren Geschäftsfelder eröffnen Q-Cells in Zukunft ein größeres Umsatz- und Ertragspotential. Auch die internationale Expansion in Hinblick auf Vertrieb und Produktion war schon im vergangenen Jahr ein Arbeitsschwerpunkt des Unternehmens. Q-Cells realisierte im vergangenen Jahr bereits mehr als 50% seines Umsatzes außerhalb von Deutschland.

Positives Jahresergebnis 2010

Der Umsatz für das Gesamtjahr 2010 konnte um 70% gegenüber dem Vorjahr auf 1,35 Mrd. Euro gesteigert werden. Damit zählt Q-Cells zu den umsatzstärksten Solarunternehmen in Europa. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 82,3 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) betrug für das Gesamtjahr 2010 90,9 Mio. Euro; inklusive des Ergebnisanteils aufgegebener Geschäftsbereiche beläuft sich das Jahresergebnis auf 18,9 Mio. Euro. Seit Frühjahr des vergangenen Jahres hat Q-Cells sein Beteiligungsportfolio konsequent fokussiert. Im Herbst 2010 führte das Unternehmen eine Reihe von Kapitalmaßnahmen zur weitgehenden Refinanzierung einer im Jahre 2012 fälligen Wandelanleihe durch. Die liquiden Mittel lagen am Geschäftsjahresende bei 473,9 Mio. Euro und damit 15% über dem Vorjahreswert.Im vierten Quartal 2010 hat sich die Nettoverschuldung von Q-Cells mit nunmehr 330 Mio. Euro mehr als halbiert. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zu EBITDA reduzierte sich um 55% auf 1,8 (Ende Q3 2010: 4,0).

Marion Helmes, Finanzvorstand von Q-Cells, kommentiert: „Q-Cells hat jetzt wieder eine solide Bilanzstruktur und hat sich damit Handlungsspielraum für ein schwieriges Marktumfeld geschaffen.“

Neues Aufsichtsratsmitglied

Im März 2011 wurde Prof. Dr. Eicke R. Weber als neues Mitglied des Q-Cells Aufsichtsrats gewonnen. Er wird zunächst durch gerichtlichen Beschluss bestellt und soll auf derHauptversammlung im Juni 2011 zur Wahl gestellt werden. Eicke Weber tritt damit die Nachfolge des langjährigen Aufsichtsratsmitglieds Marcel Brenninkmeijer an, der sein Mandat Ende November 2010 niedergelegt hatte.

Prof. Dr. Eicke Weber ist Leiter des Fraunhofer Instituts für Solar Energiesysteme ISE in Freiburg, dem größten Solarforschungsinstitut Europas. Im Juli 2008 wurde er in das Direktorium des internationalen Branchenverbands SEMI (Semiconductor Equipment and Materials International) berufen. Eicke Weber wurde in seiner Laufbahn mit verschiedenen renommierten Wissenschaftspreisen ausgezeichnet und erhielt im Jahr 2006 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mit seinen Kompetenzen wird Eicke Weber dazu beitragen, Q-Cells’ Position als technologisch führendes Solarunternehmen weiter auszubauen.

Flexible Produktion und innovative Technologie 

Parallel zum Ausbau des Produktportfolios steigerte Q-Cells seine Produktionskapazitäten für Solarzellen und CIGS-Dünnschichtmodule von 830 Megawattpeak (MWp) auf 1.235 MWp zum Jahresende 2010. Die Produktion von kristallinen Solarmodulen hat Q-Cells im Laufe  des Jahres 2010 zusammen mit Prozessierungspartnern aufgebaut: Flextronics in Malaysia sowie Hanwha SolarOne in China (vormals: Solarfun). Auch 2011 soll  diese Modulproduktion überwiegend in Zusammenarbeit mit ausgewählten internationalen Prozessierungspartnern ausgebaut werden.  

Für sein Hochleistungsmodul Q.PEAK baut das Unternehmen eine eigene Fertigungslinie am Standort Thalheim, um durch die enge Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Produktion seine technologische Modulkompetenz weiter auszubauen. Insgesamt hat Q-Cells damit seine gesamte Fertigung deutlich internationalisiert und flexibilisiert. 

Um die Leistungsfähigkeit der Produkte weiter zu steigern, wird Q-Cells im Laufe des Jahres 2011 seine gesamten Fertigungskapazitäten für Solarzellen vollständig auf die sogenannte „Next Generation“-Technologie umstellen. Die neue Produktgeneration wird auf der  Branchenmesse Intersolar im Juni 2011 eingeführt. Sie beruht auf einer  Optimierung und Designveränderung der Produktionsprozesse und steigert den Wirkungsgrad der produzierten Zellen deutlich: Zukünftig fertigt Q-Cells multikristalline Solarzellen mit Spitzenwirkungsgraden von über 17 % in Serie.  

Erste Prototypen von Modulen, die aus diesen neuen „Next Generation“-Solarzellen prozessiert wurden, haben ihre herausragenden Leistungen bereits bei Tests unter extremen Klimabedingungen am australischen Solarzentrum Desert Knowledge Australia in Alice Springs unter Beweis gestellt www.dkasolarcentre.com.au. 

Im Rahmen der Qualitätsoffensive „Q-Cells Ertragssicherung“ hat Q-Cells als weltweit einziges Solarunternehmen neue Produktionsstandards für konkurrenzlose Zuverlässigkeit von Solaranlagen etabliert und baut damit seine Stellung als Qualitätsführer weiter aus. Die Solarzellen und -Module der neuen Generation sind vor möglichen spannungsbedingten Leistungsverlusten (sog. PID Potential induzierte Degradation) geschützt. Des Weiteren werden Materialschäden (sog. Hot-Spots), die zu Überhitzungen und Bränden führen könnten, durch eine umfassende Qualitätskontrolle ausgeschlossen. Zudem können Q-Cells Solarzellen durch ein lasergestütztes Codierungsverfahren über die gesamte Produktionskette – vom Wafer über die Zelle und das Modul bis hin zum System – identifiziert werden. Durch diese Qualitätsmerkmale steigert Q-Cells die Stromausbeute und Erträge seiner Kunden.  

Erschließung internationaler Märkte  

Um von der steigenden internationalen Nachfrage nach Photovoltaik-Produkten und -Lösungen zu profitieren, setzte Q-Cells bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2010 schwerpunktmäßig auf die Erschließung internationaler Photovoltaik-Märkte. Dazu sicherte  sich das Unternehmen Marktzugänge in 15 Ländern, die insgesamt mehr als 80 % des Weltmarkts ausmachen und damit die Eckpfeiler der Expansionsstrategie von QCells bilden. Zum weiteren erfolgreichen Ausbau der internationalen Vertriebsaktivitäten soll auch das Systemgeschäft beitragen. So konnte sich Q-Cells im nordamerikanischen Markt den Zuschlag für Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 130 MWp sichern, von denen  bereits ein Projekt mit einer Kapazität von 22 MWp realisiert wurde. Q-Cells wird sich dabei vor allem mit Hilfe von standardisierten Lösungen auf das zukunftsträchtige Geschäftsfeld der kleineren industriellen und gewerblichen Photovoltaik-Anlagen (C&I) konzentrieren. 

Strategie weiter konsequent umsetzen  

„Wir haben mit Zahlen unterlegt, dass wir unsere strategische Neuausrichtung im Jahr 2010 erfolgreich begonnen haben. Mit dem Aufbau neuer Geschäftsfelder und der Erschließung neuer Märkte haben wir die notwendigen ersten Schritte getan, um das Unternehmen für die kommenden Herausforderungen gut aufzustellen“, sagt Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells SE. „Der Photovoltaik-Markt wird in diesem Jahr deutlich anspruchsvoller sein. Wir werden unsere Strategie konsequent weiter umsetzen, um unseren Kunden auch in einem schwierigeren Marktumfeld konkurrenzfähige Produkte und innovative Lösungen anbieten zu können.“ 

Für 2011 setzt sich Q-Cells daher folgende Arbeitsschwerpunkte:  

 - konsequente Weiterverfolgung der strategischen Neuausrichtung, 

 - weitere Stärkung und Internationalisierung des Vertriebs, 

 - ständige Innovation durch neue Produkte und Anwendungen bei hoher Qualität, 

 - weitere Optimierung von Prozessen und kontinuierliche Kostenreduzierung und 

 - alles gemeinsam mit hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. 

Vor diesem Hintergrund strebt Q-Cells für das Jahr  2011 einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau an. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem ansteigenden Produktionsvolumen in der Fertigung von Solarzellen und CIGS-Dünnschichtmodulen. Der Anteil kristalliner Module an der Gesamtabsatzmenge, der 2010 etwa 17% betrug, soll im laufenden Jahr 2011 weiter gesteigert werden. Hieraus entstehende positive Volumeneffekte werden jedoch durch zu erwartende niedrigere Verkaufspreise gemindert.  

Für das Jahr 2011 plant Q-Cells weitere Investitionen von bis zu 120 Mio. Euro. Der überwiegende Teil dieser Summe wird für die vollständige Umstellung der Solarzellenfertigung auf die „Next Generation“-Technologie sowie für den Aufbau einer eigenen kristallinen Modulfertigung für das Premium-Produkt Q.PEAK investiert.

                                 Gesamt 2010                    Gesamt 2009 

Produktion:               1.014 MWp                            551 MWp 

Umsatz:              1.354,2 Mio. Euro                     790,4 Mio. Euro 

EBIT:                          82,3 Mio. Euro                    -362,5 Mio. Euro 

Nettoergebnis:        18,9 Mio. Euro                 -1.342,9 Mio. Euro